Das ArtFusion Experiment
besteht aus zwei verschiedenen Elementen:
ArtFusion Performances und
ArtFusion Camp
Auf Grund des Mediums, mit dem sich ihr Handwerk
beschäftigt, besitzen Tätowierungskünstler ein schöpferisches
Können jenseits normaler Fähigkeiten. Tagtäglich müssen
sie auf Abruf ihre Kreativität unter Beweis stellen, ohne die
Möglichkeit, einen Fehler oder etwas rückgängig machen
zu können. So leisten sie sich nie den Luxus eines "schlechten
Tages", und entsprechend reift die Fähigkeit zu spontaner
Kreativität heran, die sie ideal auf eine funktionierende Rolle
bei diesen Treffen vorbereitet. ArtFusion Performances sind öffentliche
Auftritte, bei denen das schöpferische Können des Tätowierungskünstlers
deutlich gezeigt werden soll. Sie bieten dem Publikum und jeder interessierten
Medienquelle einen Einblick in die Tätigkeit des Tätowierens
als Kunst.
Während beiden Elementen das Konzept einer Ausnutzung des gemeinschaftlichen
Prozesses zugrundeliegt, stellt ArtFusion Camp ein Lerninstrument
dar, das exklusiv auf den Tätowierungskünstler zugeschnitten
ist. ArtFusion Camp gewährt den Meistern der Hautkunst die Möglichkeit
zu einem intimen Austausch ihrer schöpferischen Fähigkeiten
unter ihresgleichen. Das Wichtigste dabei ist, daß sie dieses
in einer äußerst kreativen Umgebung tun müssen. Zum
Beispiel kann sich jeder Künstler eine Stunde lang mit dem Ausarbeiten
irgendwelcher Details beschäftigen, und plötzlich tritt
ein anderer auf und verändert diese grundlegend. Obwohl so etwas
das Frustrierendste an der ganzen Übung darstellt, so ist es
doch ein integraler Teil eines Selbstläuterungsprozesses, der
ein naturgemäßer Bestandteil des ArtFusion Camps darstellt.
Auf diese Weise entsteht unter den Künstlern ein neuempfundenes
Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Am anderen Ende dieses Chaos, das sich ArtFusion Experiment schimpft,
tritt viel Harmonie ans Licht. Ein jedes "Ich" bleibt vor
der Tür. Sämtliche Politik wird vergessen. Jeder Boden ist
neutral. Alle Schranken zwischen den Sprachen sind aufgehoben, denn
die Kunst ist das universelle Medium. Daher können Künstler
aus Holland, Russland, und China mit einem Minimum an verbaler Kommunikation
miteinander arbeiten, und am Ende entsteht ein einheitlicher Stil,
der so unverwechselbar und einmalig ist, daß man nie darauf
kommt, daß es das Werk mehrerer Künstler ist.